Ein Leitfaden von Eltern für Eltern

Schirmwissen

Wissen, das schützt.

Wie Sie Ihr Kind auf Handy, Tablet und Computer vor ungeeigneten Inhalten schützen – Schritt für Schritt erklärt, mit Bildern.

Es passiert schneller, als man denkt

Ein Tippfehler in der Suche, ein Klick zu viel – und ein Kind landet auf einer Seite, die es nie sehen sollte. Unter Kindern spricht sich so etwas schnell herum.

Kurz vorweg: Ich bin einfach ein Elternteil – kein IT-Fachmann. Ich zeige hier nur, wie ich es bei meinem eigenen Kind zu Hause gemacht habe. Es gibt verschiedene Wege, Geräte abzusichern; diesen hier fand ich am einfachsten und zuverlässigsten. Sie müssen nichts davon perfekt machen – jeder Schritt ist schon besser als keiner.

Ungeeignete Inhalte blockieren

Was ist das? Jedes Mal, wenn ein Gerät eine Internetseite aufruft, fragt es zuerst einen sogenannten „DNS-Server", wo diese Seite zu finden ist – wie ein Telefonbuch fürs Internet. CleanBrowsing ist so ein DNS-Server, nur einer, der Porno-, Gewalt- und ähnliche Seiten gar nicht erst findet. Die Seite lädt dann einfach nicht.

Es ist kostenlos, läuft unsichtbar im Hintergrund und muss nur einmal eingerichtet werden. Es blockiert nicht nur Pornografie, sondern auch Umgehungs-Tricks (Proxys, VPNs), und erzwingt die „sichere Suche" bei Google, Bing und YouTube.

Hinweis: Die CleanBrowsing-Seite ist auf Englisch. Damit Sie sie trotzdem problemlos bedienen können, erkläre ich hier jeden Schritt auf Deutsch und mit Bildern.

Zur offiziellen CleanBrowsing-Seite
📱 iPhone & iPad (am einfachsten)

Sie installieren eine kleine Einstellungs-Datei (ein „Profil"). Grosser Vorteil: Der Schutz gilt dann überall – zu Hause, bei Freunden, im Schulnetz und über mobile Daten.

  1. Öffnen Sie die CleanBrowsing-Seite (Knopf oben) in Safari. Unter „1. Choose your filter" ist „Family" (Familie) meist schon blau ausgewählt – sonst einmal antippen. „Family" blockiert alle Porno-Seiten.

    CleanBrowsing-Seite: Filter Family ausgewählt
  2. Tippen Sie auf „Download Profile" (Profil herunterladen).

    Knopf Download Profile
  3. Es erscheint ein Hinweis. Tippen Sie auf „Allow" (Erlauben).

    Hinweis mit Allow / Erlauben
  4. Öffnen Sie die App „Einstellungen" (Settings). Ganz oben erscheint ein neuer Punkt „Profil geladen" (Profile Downloaded) – tippen Sie darauf.

    Einstellungen mit Profil geladen
  5. Tippen Sie oben rechts auf „Installieren" (Install) und geben Sie Ihren Gerätecode ein.

    Install Profile mit Installieren oben rechts
  6. Es erscheint eine Warnung („Warning"). Das ist normal – tippen Sie nochmals oben rechts auf „Installieren".

    Warnung mit Install
    Keine Sorge wegen „Not Signed" / „Unsigned Profile": Der kostenlose CleanBrowsing-Filter ist nicht digital signiert, deshalb zeigt iPhone diese Warnung immer. Das ist in Ordnung.
  7. Fertig! „Profile Installed" mit Häkchen bedeutet: Der Schutz ist aktiv. Tippen Sie auf „Fertig" (Done).

    Profile Installed mit Häkchen

Test: Öffnen Sie Safari und tippen Sie eine bekannte Erwachsenen-Seite ein – statt der Seite sollte eine Fehlermeldung erscheinen.

Wieder entfernen oder prüfen: Einstellungen → Allgemein → „VPN & Geräteverwaltung". Dort steht das Profil. Zum Entfernen antippen → „Profil entfernen".

VPN und Geräteverwaltung mit CleanBrowsing-Profil
🤖 Android

Android hat einen eingebauten Schalter „Privates DNS" – keine App nötig, Schutz gilt überall.

  1. Öffnen Sie „Einstellungen".
  2. Gehen Sie zu „Netzwerk & Internet" → „Privates DNS" (je nach Gerät unter „Verbindungen" → „Weitere Verbindungseinstellungen").
  3. Wählen Sie „Hostname des privaten DNS-Anbieters".
  4. Eintragen: family-filter-dns.cleanbrowsing.org
  5. Auf „Speichern" tippen. Sofort aktiv, auch unterwegs.

Alternativ: die kostenlose CleanBrowsing-App im Play Store, falls Ihr Gerät „Privates DNS" nicht hat.

💻 Computer (Windows & Mac)

Hier tragen Sie zwei Adressen direkt in die Netzwerk-Einstellungen ein:
185.228.168.168  und  185.228.169.168

Windows: Einstellungen → „Netzwerk und Internet" → bei Ihrer Verbindung „DNS-Serverzuweisung" → „Bearbeiten" → „Manuell" → IPv4 einschalten → beide Adressen eintragen → speichern.

Mac: Systemeinstellungen → „Netzwerk" → Verbindung → „Details" → „DNS" → mit „+" beide Adressen hinzufügen → „OK" → „Anwenden".

🏠 Am gründlichsten: am Router

Tragen Sie dieselben zwei Adressen direkt in Ihrem Router ein (z. B. Swisscom-, Sunrise- oder Fritz!Box), sind automatisch alle Geräte im Haushalt geschützt – Tablets, Fernseher, Spielkonsolen, sogar Besuchsgeräte. Suchen Sie in den Router-Einstellungen nach „DNS-Server".

Achtung: Das wirkt nur im Heim-WLAN. Unterwegs (mobile Daten, fremdes WLAN) braucht es zusätzlich den Schutz direkt auf dem Gerät – siehe oben.

Bildschirmzeit einrichten

Bei iPhone und iPad nutzen Sie die eingebaute „Bildschirmzeit", bei Android „Google Family Link". Damit sperren Sie den Browser, beschränken Apps und legen Zeitlimits fest – geschützt durch einen Code, den nur Sie kennen.

Wichtig: Erst die Bildschirmzeit schliesst die Lücke, dass Kinder eine Webseite einfach im Browser öffnen und den Filter so umgehen. Die genauen Einstellungen stehen im Leitfaden weiter unten.

YouTube: warum der Algorithmus ein Problem ist

YouTube verdient Geld mit Werbung. Je länger jemand schaut, desto mehr Werbung wird gezeigt. Darum ist der „Algorithmus" – das System, das die nächsten Videos vorschlägt – auf genau ein Ziel ausgerichtet: dass weitergeschaut wird. Nicht darauf, ob ein Video gut, wahr oder altersgerecht ist.

Was Shorts mit Kindern machen

Besonders heikel sind die „Shorts" – diese sehr kurzen, schnellen Videos, durch die man endlos wischen kann. Sie sind gezielt so gebaut, dass sie das Belohnungssystem im Gehirn immer wieder neu anstossen. Jeder Wisch verspricht etwas Neues – einen Witz, einen Schreck, einen Reiz – und das Gehirn schüttet jedes Mal ein kleines bisschen Glückshormon (Dopamin) aus. Fachleute nennen solche Apps deshalb eine „Dopamin-Maschine". Das wirkt bei Erwachsenen – und bei Kindern noch viel stärker.

Warum es Kinder besonders trifft

Der Teil des Gehirns, der für Konzentration und Selbststeuerung zuständig ist, reift bis etwa zum 25. Lebensjahr – bei jüngeren Kindern ist er noch kaum ausgebildet. Genau hier setzen die Kurzvideos an. Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen starker Kurzvideo-Nutzung und kürzeren Aufmerksamkeitsspannen, schlechterer Impulskontrolle, Schlafproblemen und stärkeren Stimmungsschwankungen. Kinder finden es danach oft schwerer, sich auf langsamere Dinge wie Hausaufgaben oder ein Buch einzulassen – oder Langeweile auszuhalten.

Es ist nicht ein einzelnes „schlimmes" Video, das schadet. Es ist das endlose, schnelle Format selbst, das die Fähigkeit untergräbt, ruhig zu werden und sich zu konzentrieren.

Die gute Nachricht

Eltern können das steuern. Mit „YouTube Kids" im Modus „Nur freigegebene Inhalte" wählen Sie selbst aus, welche Kanäle Ihr Kind sehen darf – ganz ohne Algorithmus, ohne Vorschläge, ohne Shorts. Wie das genau geht und welche Apps wirklich sinnvoll sind, steht im YouTube-Leitfaden.

Quellen: Zusammenfassung aus Forschung u. a. in The Conversation und ScienceAlert (2025/2026).

Die ausführlichen Leitfäden

Alle Schritte mit Erklärungen – auch zu Bildschirmzeit, Spielkonsolen und sinnvollen Apps. Zum Lesen, Ausdrucken und Weitergeben.

Beide Leitfäden gibt es auch auf Englisch – einfach nachfragen.

Technik ist ein Schirm – kein Ersatz fürs Gespräch

Kein Filter ist perfekt, und das muss er auch nicht sein. Ein Schirm hält das meiste ab – die Hand des Kindes hält man aber trotzdem selbst.

Das Wichtigste bleibt das Gespräch: Sagen Sie Ihrem Kind, dass es jederzeit zu Ihnen kommen kann, wenn es online etwas sieht, das es verunsichert oder erschreckt – ohne Angst, Ärger zu bekommen. Kinder, die wissen, dass sie reden dürfen, sind am besten geschützt.

Wenn Sie Unterstützung brauchen